Neubau Schubhaftzentrum Vordernberg

Modernes, langgestrecktes Gebäude in winterlicher Landschaft vor dichtem Nadelwald und nebelverhüllten Berghängen.

Der Neubau des Schubhaftzentrums in Vordernberg vereint Funktionalität, Transparenz und eine moderne Architektur, um den besonderen Anforderungen eines Haftgebäudes gerecht zu werden.
Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Inneres als „Best Practice“-Modell umgesetzt und verfolgt das Ziel, ein Umfeld zu schaffen, das sowohl den organisatorischen Anforderungen als auch den Bedürfnissen der Insassen gerecht wird.

Das Generalplanerteam der Franz & Sue ZT GmbH hat diese anspruchsvolle Aufgabe mit hoher fachlicher Kompetenz, gesellschaftlicher Verantwortung und einer offenen Haltung gegenüber der öffentlichen Diskussion bearbeitet – stets im Bewusstsein der politischen und sozialen Spannungen, die mit dem Projekt verbunden sind.
Unser Team war in diesem herausfordernden Projekt mit der Umsetzung der Tragwerksplanung, der Bauphysik sowie der Baustellenkoordination betraut.

Architektur und Struktur

Das Gebäude besteht aus zwei Hauptbereichen:

  • Verwaltungsbereich: Der dreigeschossige Verwaltungsbau erstreckt sich entlang der Straße und dient als zentrale Drehscheibe für Organisation und Verwaltung.
  • Angehaltenenbereiche: Die zweigeschossigen Wohntrakte für die Schubhaft sind fingerartig in Richtung Berghang und Fluss ausgerichtet. Durch diese Anordnung entstehen Höfe und Terrassen, die den einzelnen Wohngruppen zugeordnet sind.

Einbindung und Funktionalität

  • Integration in die Umgebung: Durch die gezielte Ausrichtung des Gebäudes und die Gestaltung der Außenanlagen wird eine harmonische Verbindung zur umgebenden Landschaft geschaffen.
  • Nutzungskonzept: Obwohl das Gebäude klar den Charakter einer Justizvollzugsanstalt vermittelt, wurde ein Umfeld geschaffen, das eine menschenwürdige Unterbringung ermöglicht. Gemeinschaftsbereiche und Terrassen fördern den sozialen Austausch und die Erholung innerhalb der strukturellen Vorgaben.

Bauliche Besonderheiten

  • Stabile und langlebige Bauweise: Das Gebäude wurde in Stahlbetonbauweise errichtet, um eine hohe Stabilität und Haftsicherheit zu gewährleisten. Bereiche mit drückendem Wasser wurden als Dichtkonstruktion ausgeführt.
  • Flachdach: Die Dachkonstruktion ergänzt die moderne Bauweise und ermöglicht eine optimale Nutzung der Gebäudeflächen.
  • Optimierte Grundstruktur: Die interne Organisation mit fünf Stiegenhäusern und drei Gemeinschaftstreppen, sorgt für kurze Wege und effiziente Abläufe.


Wir können als Planer:innen zwar nicht das Fremdengesetz ändern, aber die Haftbedingungen jener, die
davon betroffen sind. Mit KPPK als unsere Ingenieurkonsulentin des Vertrauens haben wir uns daran
gemacht, dass Schubhaftzentren keine architektonischen Unorte mehr sind
Michael Anhammer, Franz und Sue ZT GmbH